Mittwoch, 7. Januar 2015

ich heiße der alte Adam und wohne in der Stadt Betrug ~ „ich weiß von keiner Gnade“

Getr. =Getreu. Als ich an den Fuß des Hügels Beschwerde kam, begegnete mir ein hochbetagter Mann, welcher mich fragte, wer ich wäre und wohin ich wollte? Ich sagte ihm, ich wäre ein Pilger, der zu der himmlischen Stadt wolle. Darauf sagte der Greis, du scheinst mir ein ehrlicher Mann zu sein: hast du Lust bei mir zu wohnen um den Lohn, welchen ich dir geben will? Da fragte ich ihn, wie er heiße und wo er wohne? Er erwiederte: ich heiße der alte Adam und wohne in der Stadt Betrug.8) Nun fragte ich ihn, was er für ein Geschäft habe und welchen Lohn er mir geben wolle? „Mein Geschäft“, sprach er, „sind allerlei Ergötzlichkeiten“, und mein Lohn, daß du zuletzt mein Erbe sein sollst.“ Weiter fragte ich ihn, was für eine Haushaltung und welche andern Diener er habe? Da sagte er mir, sein Haus sei mit allen Leckerbissen der Welt versehen und seine Dienerschaft bestehe aus seinen eigenen Kindern. „Wie viele Kinder hast du denn?“ fragte ich ihn. „Ich habe nur drei Töchter“ erwiederte er, sie heißen: Fleischeslust, Augenlust und hoffärtiges Leben9), und wenn du willst, kannst du eine von ihnen heirathen.“ Darnach fragte ich: wie lange soll ich bei dir wohnen? er antwortete: so lange ich selbst lebe.
Chr.=Christ: Nun, und zu welchem Entschlusse kamst du dann endlich mit dem alten Manne?
Getr. Anfangs war ich einigermaßen geneigt, mit ihm zu gehen, denn ich meinte, es wäre doch sehr schön, was er sagte, als ich aber, im Gespräch mit ihm, gerade auf seine Stirn blickte, sah ich, daß darauf geschrieben stand: Ziehet den alten Menschen mit seinen Werken aus.10)
Chr. Und wie wurde es dir nun?
Getr. Da fiel es mir heiß ein, daß, was er auch immer sagen und wie er mir auch schmeicheln möchte, er mich als einen Sklaven verkaufen würde, wenn er mich nur erst in seinem Hause hätte. Darum sagte ich ihm, er möge seine Worte nur sparen, denn niemals würde ich die Schwelle seines Hauses betreten. Da verhöhnte er mich und sagte, er wolle mir Jemanden nachschicken, der solle mir den Weg sauer machen. Somit wandte ich mich von ihm weg; allein in dem Augenblick, als ich fortgehen wollte, fühlte ich, daß er mein Fleisch packte und mich mit einer so mörderischen Gewalt zurückriß, daß ich meinte, er hätte mir ein Stück vom Leibe gerissen und ich ausrief: o, ich elender Mensch!“ 11) So ging ich weiter den Hügel hinan.
Als ich nun ungefähr halb den Weg hinaufgekommen und mich umsah, bemerkte ich Jemanden hinter mir, der mir wie der Wind nacheilte. Er holte mich gerade an der Stelle ein, wo die Laube steht.
Chr. Gerade dort ließ ich mich nieder, um auszuruhen. Da mich aber der Schlaf überfiel, verlor ich diese Pergamentrolle aus meinem Busen.
Getr. Aber, lieber Bruder, laß mich nur ausreden. Sobald der Mann mich eingeholt hatte, gab er mir einen Schlag, daß er mich für todt liegen ließ. Als ich aber wieder ein wenig zu mir selbst gekommen war, fragte ich ihn, warum er mich so behandle? „Wegen deiner verborgenen Neigung zum alten Adam“, sagte er. Und somit versetzte er mir noch einen tödtlichen Schlag auf die Brust, daß ich rücklings niederfiel, und so lag ich abermals wie todt zu seinen Füßen. Als ich nun wieder zu mir selbst kam, flehte ich ihn um Gnade an. Allein er sprach: „ich weiß von keiner Gnade“ aus bunyan:pilgerreise:zehntes_kapitel

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Lasst uns vegetarisch leben :) ! der alte Adam und das Fleisch/IcH- zweierlei?

http://bibeltagebuch.blogspot.de/2014/07/lasst-uns-vegetarisch-leben-der-alte.html

 Bibelstellen: Römer 6,6
„Da wir dieses wissen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen“ (Römer 6,6).
Aber es ist „unser alter Mensch“, von dem gesagt wird, dass er mit Ihm mitgekreuzigt wurde (Römer 6,6).
„Unser alter Mensch“ ist also unser Adamssein und -wesen, wie es sich in seinen moralischen Wesenszügen zeigt (in allem, was wir als Kinder Adams sind) – und das ist mit Christus gekreuzigt worden.
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